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Auswandern in die Schweiz aus Deutschland: Wegzug & Steuern

Auswandern in die Schweiz aus Deutschland: Wohnsitz ohne Erwerbstätigkeit, Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG und Pauschalbesteuerung für Deutsche.

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Die Zürcher Altstadt am Fluss
Zürcher Altstadt

Deutsche Staatsangehörige können dank dem Freizügigkeitsabkommen mit der EU in die Schweiz auswandern, ohne hier zu arbeiten, sofern sie über ausreichende Mittel und eine umfassende Kranken- und Unfallversicherung verfügen. Vor dem Wegzug sollten Sie die deutsche Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG) prüfen, wenn Sie zu 1 % oder mehr an einer Kapitalgesellschaft beteiligt sind. Und wer die Schweizer Pauschalbesteuerung nutzen und weiterhin Einkünfte aus Deutschland beziehen möchte, muss mit der modifizierten Pauschalbesteuerung rechnen: Nach dem DBA Deutschland–Schweiz gibt es Abkommensschutz für deutsche Einkünfte nur, wenn diese vollständig in der Schweiz wie bei der ordentlichen Besteuerung erfasst werden.

Das Wichtigste in Kürze (Stand September 2026)

ThemaWas gilt
AufenthaltPersonenfreizügigkeit EU/EFTA für Nichterwerbstätige; keine Kontingente
Deutsche Wegzugssteuer§ 6 AStG: 7 der letzten 12 Jahre unbeschränkt steuerpflichtig, Beteiligung ≥ 1 % (§ 17 EStG)
Zahlung der Wegzugssteuer7 gleiche Jahresraten, in der Regel gegen Sicherheitsleistung
Schweizer PauschalbesteuerungBundesrechtliche Mindestbemessungsgrundlage CHF 435'000 (2026); kantonale Minima unterschiedlich
Modifizierte PauschalbesteuerungNach dem DBA mit Deutschland erforderlich, wenn Sie Abkommensschutz beanspruchen
Kantone ohne PauschalbesteuerungZürich, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt; Basel-Landschaft nur im Zuzugsjahr
Keine Erbschafts- und SchenkungssteuerSchwyz und Obwalden

Als Deutsche oder Deutscher in der Schweiz leben

Für deutsche Staatsangehörige gelten dieselben Freizügigkeitsrechte wie für alle EU-Bürger. Wenn Sie in der Schweiz nicht arbeiten werden, müssen Sie zwei Dinge nachweisen: dass Ihre Mittel ausreichen (über dem Niveau der Schweizer Sozialhilfe bzw. für Rentnerinnen und Rentner über der Schwelle für Ergänzungsleistungen) und dass Sie umfassend kranken- und unfallversichert sind. Es gibt kein Mindestalter, keine Kontingente und keine Pflicht, eine besondere Beziehung zur Schweiz nachzuweisen.

Die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA (Ausweis B) für Nichterwerbstätige gilt in der Regel fünf Jahre, und deutsche Staatsangehörige erhalten meist nach fünf Jahren die Niederlassungsbewilligung (Ausweis C). Sie melden sich bei Ihrer Wohngemeinde an und müssen innerhalb von drei Monaten nach der Anmeldung eine Krankenversicherung abschliessen. Die Einzelheiten zum Gesuch finden Sie in unserem Ratgeber zum Ausweis B für EU-Bürger ohne Erwerbstätigkeit.

Wegzugsbesteuerung beim Umzug in die Schweiz

Wer eine nennenswerte Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft hält, sollte zuerst § 6 des Aussensteuergesetzes (AStG) anschauen.

  • Wer: Personen, die in den letzten 12 Jahren mindestens 7 Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig waren.
  • Was: Anteile im Sinne von § 17 EStG, also Beteiligungen von mindestens 1 % am Kapital einer Gesellschaft.
  • Folge: Der Wegzug gilt als Veräusserung zum gemeinen Wert. Stille Reserven werden besteuert, obwohl nichts verkauft wurde.
  • Zahlung: Die Steuer kann in sieben gleichen Jahresraten entrichtet werden, in der Regel gegen Sicherheitsleistung.
  • Rückkehr: Wer innerhalb von sieben Jahren wieder unbeschränkt steuerpflichtig wird, kann unter bestimmten Voraussetzungen entlastet werden.

Bewertung, Sicherheitsleistung und Zeitpunkt des Wegzugs gehören in die Hände einer deutschen Steuerberaterin oder eines deutschen Steuerberaters. Wir bitten unsere Kunden in der Regel, diese Analyse abzuschliessen, bevor wir das Zuzugsdatum in der Schweiz festlegen, damit beide Seiten zusammenpassen.

Pauschalbesteuerung für Deutsche: die modifizierte Variante

Bei der Pauschalbesteuerung (Besteuerung nach dem Aufwand) wird anstelle von Einkommen und Vermögen der weltweite Lebensaufwand besteuert. Sie dürfen nicht Schweizer Bürger sein, müssen erstmals oder nach mindestens zehn Jahren Abwesenheit in der Schweiz steuerpflichtig werden, und keiner der Ehegatten darf in der Schweiz erwerbstätig sein.

Warum Deutschland ein Sonderfall ist

Das DBA mit Deutschland ist eines von sieben Abkommen (neben Belgien, Italien, Norwegen, Kanada, Österreich und den USA), bei denen eine pauschal besteuerte Person Abkommensschutz nur erhält, wenn alle Einkünfte aus diesem Staat in der Schweiz wie bei der ordentlichen Besteuerung erfasst werden. Konkret heisst das:

  • alle Einkünfte aus deutschen Quellen werden zur Bemessungsgrundlage hinzugerechnet;
  • sie werden zum Satz besteuert, der für Ihr gesamtes Einkommen gilt;
  • fehlen vollständige Angaben, kommt der Höchstsatz zur Anwendung.

Das ist die modifizierte Pauschalbesteuerung. Unter diesen sieben Abkommen können pauschal besteuerte Personen zudem die pauschale Steueranrechnung beanspruchen, die ihnen sonst nicht offensteht. Manche Kantone fragen gezielt danach: Die Checkliste des Kantons Uri will wissen, ob Sie Abkommensschutz gegenüber Deutschland oder einem der anderen sechs Staaten beanspruchen. Beziehen Sie deutsche Renten, Mieteinkünfte oder Dividenden, lohnt sich ein genauer Blick auf die modifizierte Berechnung, bevor Sie zwischen Pauschalbesteuerung und ordentlicher Besteuerung wählen. Unser Ratgeber zur modifizierten Pauschalbesteuerung und den DBA erklärt sie Schritt für Schritt.

Deutschsprachige Kantone im Vergleich

Die Mindestbemessungsgrundlagen für die Kantons- und Gemeindesteuern unterscheiden sich stark, ebenso die Erfassung des Vermögens. Die bundesrechtliche Grundlage von CHF 435'000 gilt überall zusätzlich.

KantonKantonale MindestbemessungsgrundlageVermögenssteuer
ZugCHF 500'000Vermögen mindestens 20× die Bemessungsgrundlage
SchwyzCHF 600'000Vermögen mindestens 20× die Bemessungsgrundlage
LuzernCHF 647'100 (2026)Vermögen mindestens 20× die Bemessungsgrundlage
BernCHF 400'000Vermögenssteuer nur auf Grundeigentum im Kanton Bern
GraubündenCHF 435'000 (2026)Vermögen gleich dem kapitalisierten Lebensaufwand
St. GallenCHF 600'000Vermögen 20× die Bemessungsgrundlage
ThurgauMindestens 10× Mietzins; Mindeststeuer Kanton und Gemeinde CHF 150'000In der Mindeststeuer enthalten
NidwaldenCHF 400'000Mindestens 20× die Bemessungsgrundlage und mindestens CHF 8 Mio.

Quelle: Kantonsblätter der ESTV, Februar 2026. Unsere vollständige Übersicht zur Pauschalbesteuerung nach Kanton umfasst alle Kantone.

Zürich, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Basel-Stadt bieten die Pauschalbesteuerung nicht mehr an, und Basel-Landschaft erlaubt sie nur noch für das Zuzugsjahr. Wer in oder bei Zürich leben möchte, hat also die Wahl zwischen der ordentlichen Besteuerung in Zürich und einem Nachbarkanton wie Zug oder Schwyz.

Erbschaft, Vermögen und Sozialversicherung

  • Erbschafts- und Schenkungssteuern sind kantonal. Ehegatten sind überall befreit, Kinder in den meisten Kantonen. Schwyz und Obwalden erheben keine der beiden Steuern. Luzern kennt keine Schenkungssteuer, rechnet aber Schenkungen der letzten fünf Jahre vor dem Tod hinzu, und nur die Gemeinden dürfen Nachkommen besteuern.
  • Die Vermögenssteuer ist rein kantonal. Neun Kantone, darunter Luzern, Schwyz, Nidwalden und St. Gallen, wenden einen Einheitssatz an.
  • Kapitalgewinne auf privatem beweglichem Vermögen, etwa auf privat gehaltenen Aktien, sind in der Schweiz steuerfrei.
  • AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige sind bis zum 65. Altersjahr geschuldet. Sie bemessen sich nach dem Vermögen zuzüglich des 20-fachen jährlichen Renteneinkommens: 2026 zwischen CHF 530 und CHF 26'500 pro Jahr.

Wie Ihre deutschen Renten nach dem Umzug besteuert werden, hängt von der Art der Rente und vom Abkommen ab. Diese Frage klären wir gemeinsam mit Ihrer deutschen Beratung, statt hier zu verallgemeinern.

Häufige Fehler

  • § 6 AStG übersehen, weil die Gesellschaft klein ist. Die Schwelle von 1 % ist niedrig.
  • Annehmen, die Pauschale decke deutsche Einkünfte ab. Bei der modifizierten Pauschalbesteuerung werden sie vollständig hinzugerechnet.
  • Zürich für die Pauschalbesteuerung wählen. Dort wurde sie 2010 abgeschafft.
  • Ein bisschen arbeiten. Ein bezahltes Verwaltungsratsmandat in der Schweiz ist eine Erwerbstätigkeit und beendet die Berechtigung.

So unterstützen wir Sie

Wir vergleichen mit Ihnen die Kantone, rechnen die Pauschalbesteuerung einschliesslich Ihrer deutschen Einkünfte gegen die ordentliche Besteuerung, bereiten das Ruling-Gesuch und das Bewilligungsdossier vor und arbeiten bei der Wegzugsbesteuerung mit Ihrer deutschen Beratung zusammen. Mehr auf unserer Seite zur Europäischen Union, zu unserem Steuerruling-Service oder direkt im Eignungscheck.

Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen mit Stand 30. September 2026 und ist keine Steuer- oder Rechtsberatung; für Ihre Situation braucht es ein kantonales Ruling und die Beratung durch eine deutsche Fachperson.

Offizielle Quellen

  1. SEM — Weisungen VFP (Personenfreizügigkeit, Januar 2026)
  2. Gesetze im Internet — § 6 AStG
  3. Fedlex — Art. 14 DBG (Besteuerung nach dem Aufwand)
  4. ESTV — Kreisschreiben Nr. 44 (Besteuerung nach dem Aufwand)
  5. ESTV — Rundschreiben 2-215-D-2025 (Indexierung 2026)
  6. Kanton Uri — Merkblatt Aufwandbesteuerung (1. Januar 2026)
  7. ESTV — Kantonsblätter (Februar 2026)
  8. EFD — Pauschalbesteuerung
  9. ESTV — Geltende Steuern (Rechtsstand 1. Januar 2026)
  10. AHV/IV — Merkblatt 2.03 Beiträge der Nichterwerbstätigen (2026)

Häufige Fragen

Können Deutsche in der Schweiz leben, ohne zu arbeiten?

Ja. Nach dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU können Nichterwerbstätige wie Rentnerinnen und Rentner oder Privatiers mit ihrer Familie in der Schweiz leben, wenn sie über ausreichende finanzielle Mittel sowie eine umfassende Kranken- und Unfallversicherung verfügen.

Was ist die Wegzugsbesteuerung?

Die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG ist die deutsche Wegzugssteuer. Wer in den letzten 12 Jahren mindestens 7 Jahre unbeschränkt steuerpflichtig war und zu mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft beteiligt ist, dem wird beim Wegzug eine Veräusserung dieser Anteile zum gemeinen Wert unterstellt. Die Steuer kann in 7 Jahresraten bezahlt werden, in der Regel gegen Sicherheitsleistung.

Was ist die modifizierte Pauschalbesteuerung für Deutsche?

Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland–Schweiz erhält eine pauschal besteuerte Person Abkommensschutz für deutsche Einkünfte nur, wenn alle Einkünfte aus Deutschland in der Schweiz wie bei der ordentlichen Besteuerung erfasst werden. Diese Einkünfte werden zur Bemessungsgrundlage hinzugerechnet und zum Satz des Gesamteinkommens besteuert.

Welche Kantone erheben keine Erbschafts- und Schenkungssteuer?

Schwyz und Obwalden erheben weder eine Erbschafts- noch eine Schenkungssteuer. Luzern kennt keine Schenkungssteuer, rechnet aber Schenkungen der letzten fünf Jahre vor dem Tod zum Nachlass hinzu. Ehegatten sind in allen Kantonen befreit.

Gibt es die Pauschalbesteuerung im Kanton Zürich?

Nein. Zürich hat sie per 1. Januar 2010 abgeschafft. Auch Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Basel-Stadt haben sie abgeschafft, und Basel-Landschaft lässt sie nur noch für das Zuzugsjahr zu.

Welcher Weg passt zu Ihnen?

Beantworten Sie ein paar Fragen und sehen Sie in rund zwei Minuten einen möglichen Weg. Es wird nichts gesendet, ausser Sie schreiben uns.